Buzzard · Handwerker OS
Buzzard HANDWERKER OS

Praxisleitfaden

Buchhaltung, Bank und Monatsübergabe

Ausgangsrechnungen prüfen, Zahlungen sicher zuordnen, Eingangsbelege erfassen, Mahnungen kontrolliert versenden und DATEV-Daten ans Steuerbüro übergeben.

Zielgruppe Buchhaltung · Büro · Chef
Stand 15.07.2026
Version ad94f017 · Doku 2.0

Arbeitsbuch statt Funktionsliste

Inhalt

  1. Arbeitsbereiche und Status
  2. Ausgangsrechnungen prüfen
  3. Zahlungen, Teil- und Überzahlungen
  4. Bankimport und Abgleich
  5. Eingangsbelege
  6. Mahnungen: Entwurf und Versand
  7. Fehler, Storno und Korrektur
  8. DATEV-Export und Monatsübergabe
  9. Die Seite Zahlen
  10. Checklisten, Fehlerhilfe und Support
Die drei wichtigsten Kontrollen 1. Bankvorschlag nie allein wegen eines ähnlichen Namens bestätigen.
2. „Mahnung vorbereiten“ versendet noch nichts – der Versand ist ein zweiter Schritt in der Kundenakte.
3. DATEV erzeugt ein Downloadpaket; es wird nicht automatisch an DATEV oder das Steuerbüro übertragen.

Kapitel 1

Arbeitsbereiche und Status

Die Buchhaltung bündelt Ausgangsrechnungen, offene Forderungen, Bankumsätze, Eingangsbelege und Exporte. Fachlich verbindlich werden Buchung und Versand erst nach Ihrer Bestätigung.

Vor dem ersten Arbeitstag

Chef oder Administration richten unter Einstellungen Firmen- und Steuerdaten, Bankverbindung, Rechnungsnummern, Zahlungsziel, Mahnrhythmus, Rechte und den mit dem Steuerbüro vereinbarten Kontenrahmen ein. Optional werden Dokumentenauslesung und Qonto angebunden. Fehlt etwas, vor der ersten Rechnung oder dem ersten Export melden.

Die sechs Reiter

Rechnungen

Ausgangsrechnungen mit Zahlungs- und Dokumentenstatus, Suche, CSV-Liste und Sammel-PDF.

Mahnungen

Fällige Fälle, interne Entwürfe und Mahnhistorie.

Forderungen/Zahlungen

Offene Posten, Zahlungsvorschläge und manuelle Erfassung.

Bank/Abgleich

CAMT-/CSV-Umsätze prüfen, bestätigen, manuell zuordnen oder begründet ignorieren.

Belege

Eingangsrechnungen und Lieferantengutschriften samt Originaldatei und Zahlungsstatus.

Export

DATEV-Vorschau, Fehlerprüfung, Downloadpaket und Exporthistorie.

Buchhaltungsansicht mit Rechnungen, Filtern und Arbeitsreitern
Buchhaltung: Erst filtern, dann Beleg, Betrag und Status im Detail prüfen.

Zahlungs- und Dokumentenstatus

StatusBedeutungNächster Schritt
offenNoch keine vollständige Zahlung erfasstFälligkeit beobachten
teilbezahltZahlung erfasst, Rest bleibt offenRestbetrag prüfen
überfälligFälligkeit überschrittenZahlung und Mahnfall prüfen
bezahltOffener Betrag vollständig ausgeglichenKeine offene Forderung
storniertDurch Stornobeleg aufgehobenStornopaar kontrollieren
PDF vorhandenRechnungsbeleg ist abrufbarBei Bedarf öffnen
Beleg fehltRechnung ohne verfügbares PDFVor Export klären
Beträge richtig lesenBrutto ist der ursprüngliche Rechnungsbetrag. Offen ist der noch nicht ausgeglichene Rest.

Kapitel 2

Ausgangsrechnungen prüfen

  1. Unter Buchhaltung → Rechnungen nach Rechnungsnummer, Kunde oder Projekt suchen.
  2. Zeitraum, Zahlungsstatus und Dokumentenstatus einschränken und Filter anwenden.
  3. Rechnung öffnen und Kunde, Projekt, Rechnungsdatum, Leistungsdatum, Brutto, Offen und Fälligkeit prüfen.
  4. Akte öffnen oder Beleg anzeigen, wenn Details oder PDF kontrolliert werden müssen.

Der Export oberhalb der Liste lädt die gefilterte Rechnungsliste als Datei. Sammel-PDF bündelt vorhandene Rechnungs-PDFs. Beides ist nicht der DATEV-Export im Reiter Export.

Vor dem Rechnungsversand

§14- oder Vollständigkeitsanzeige Eine grüne technische Prüfung bestätigt nur die im System geprüften Pflichtfelder. Sie ersetzt nicht die fachliche, steuerliche oder rechtliche Verantwortung des Betriebs.

Kapitel 3

Zahlungen, Teil- und Überzahlungen

Manuell nur buchen, wenn Zahlung und Rechnung eindeutig zusammengehören. Bankumsätze werden bevorzugt über den Abgleich verarbeitet.

  1. Finanzen oder Buchhaltung → Forderungen/Zahlungen öffnen.
  2. Zahlung manuell erfassen wählen.
  3. Offene Rechnung auswählen und Kunde sowie offenen Betrag gegenprüfen.
  4. Tatsächliches Zahlungsdatum und tatsächlich eingegangenen Betrag eintragen.
  5. Zahlung erfassen und anschließend den Rechnungsstatus kontrollieren.
Formular zum manuellen Erfassen einer Zahlung
Vor dem Speichern immer Rechnungsnummer, Kunde, Datum und Betrag vergleichen.

Vollzahlung

Entspricht der Betrag dem offenen Rest, wird die Rechnung geschlossen. Offene Mahnaufgaben zu dieser Rechnung werden beendet.

Teilzahlung

Ein kleinerer Betrag lässt die Rechnung mit Rest offen. Status und neuen Restbetrag direkt kontrollieren.

Überzahlung

Ein höherer Betrag verlangt eine Klärung als Guthaben, Rückerstattung oder Verrechnung.

Unklarer Eingang

Nicht raten. Im Bankabgleich offen lassen oder manuell prüfen; bei Bedarf Chef beziehungsweise Steuerbüro einbeziehen.

Überzahlung nie verstecken Den Mehrbetrag nicht als normale Vollzahlung buchen. Die fachlich passende Klärungsart muss ausgewählt und nachvollziehbar dokumentiert werden.
Rechnung mit Teilzahlung und verbleibendem Restbetrag
Nach einer Teilzahlung bleibt der Rest als offene Forderung sichtbar.

Kapitel 4

Bankimport und Abgleich

Exportieren Sie Umsätze im Online-Banking als CAMT.053 oder CSV. Unter Finanzen → Bank-Export hochladen werden CSV-Vorschläge direkt verarbeitet; CAMT führt zum Reiter Bank/Abgleich. Gleiche Transaktionen werden anhand von Bankreferenz oder technischem Fingerabdruck übersprungen.

Jeden Treffer prüfen

  1. Offenen Bankumsatz auswählen.
  2. Betrag, Buchungsdatum, Absender, maskierte IBAN und Verwendungszweck prüfen.
  3. Begründung, vorgeschlagene Rechnung, Kunde und offenen Betrag vergleichen.
  4. Nur bei eindeutig sicherem Treffer Bezahlt bestätigen beziehungsweise Verbuchen.
  5. Sonst unter Andere Rechnung zuordnen bewusst wählen und Manuell zuordnen.
  6. Gehört der Umsatz zu keiner Kundenrechnung, mit nachvollziehbarem Grund Ignorieren.
Unsichere Treffer bleiben offen Teilzahlungen, Überzahlungen, bereits bezahlte Rechnungen und mehrdeutige Kandidaten sind kein sicherer Automatismus. Name oder gleicher Betrag allein reichen nicht.

Zuordnung zurücknehmen

In der Historie können Sie eine bestätigte Bankzuordnung mit Begründung Revidieren oder einen ignorierten Umsatz Wieder öffnen. Eine falsch manuell gebuchte Zahlung wird bei der Rechnung in der Kundenakte über Zahlung umbuchen korrigiert. Korrekturen immer mit konkretem Grund dokumentieren.

Qonto

Wenn eingerichtet, lässt sich im Bankabgleich ein Qonto-Sync starten. API-Zugangsdaten darf nur eine autorisierte Person einrichten oder ändern. Zugangsdaten gehören nie in ein Support-Ticket.

Kapitel 5

Eingangsbelege

Erfassen Sie Eingangsrechnungen und Lieferantengutschriften mit Originaldatei. Automatische Erkennung liefert Vorschläge – die Prüfung bleibt bei Ihnen.

Direkt in der Buchhaltung

  1. Buchhaltung → Belege → Beleg erfassen.
  2. Typ Rechnung oder Lieferantengutschrift wählen und Originaldatei hochladen.
  3. Lieferant, Rechnungsnummer, Brutto, Umsatzsteuer, Rechnungsdatum und Fälligkeit prüfen.
  4. Kunde und Projekt zuordnen.
  5. DATEV-Belegbild aktivieren, wenn die Datei im Paket ans Steuerbüro enthalten sein soll.
  6. Speichern, Vorschau öffnen und mit dem Original vergleichen.

Mindestens Datei, Lieferant, positiver Bruttobetrag und Rechnungsdatum sind erforderlich. Eine Lieferantengutschrift wird ebenfalls positiv eingegeben; der Belegtyp sorgt für die Minderung der Projektkosten.

Aus einer Akte übernehmen

  1. In der Kunden- oder Lieferantenakte unter Dokumente die Eingangsrechnung hochladen.
  2. Erkannten Dokumenttyp und Projektbezug prüfen.
  3. Als Eingangsbeleg übernehmen und danach Eingangsbeleg öffnen.
  4. Alle erkannten Felder mit der Originaldatei vergleichen.

Zahlung und Sperre

Zum Bezahlen den Beleg wählen, Als bezahlt markieren, tatsächliches Zahlungsdatum eintragen und die Historie kontrollieren. Ein bereits exportierter Beleg ist gegen Bearbeiten und Löschen gesperrt. Nachträgliche Änderungen erfolgen als dokumentierte Korrektur oder Storno über Chef beziehungsweise den vereinbarten Supportprozess.

Doppelerfassung vermeiden Vor dem Speichern Lieferant, Rechnungsnummer, Betrag und Datum nach bereits vorhandenen Belegen durchsuchen. Bei ZUGFeRD oder XRechnung zusätzlich die E-Rechnungskennzeichnung prüfen.

Kapitel 6

Mahnungen: Entwurf und Versand

Der Mahnprozess hat bewusst zwei getrennte Schritte. Ein vorbereiteter Entwurf wird nicht an den Kunden gesendet.

Schritt 1: intern vorbereiten

  1. Buchhaltung → Mahnungen öffnen und Mahnfall wählen.
  2. Rechnungsnummer, Kunde, offenen Betrag, Fälligkeit und nächste Stufe prüfen.
  3. Mahnung vorbereiten klicken.
  4. Betreff, Text und PDF-Entwurf lesen; Historie kontrollieren.

Der Entwurf wird intern in Historie und Akte abgelegt. Er ändert die versendete Mahnstufe nicht und verschickt keine E-Mail.

Schritt 2: tatsächlich versenden

  1. Über den Mahnfall die richtige Kundenakte öffnen.
  2. Angebot & Rechnung öffnen und exakt die betroffene Rechnungsnummer suchen.
  3. Im Zeilenmenü Erinnerung, 1. Mahnung oder 2. Mahnung wählen. Letzte Mahnung ist standardmäßig Chef-Aufgabe.
  4. Empfängeradresse, Betrag und Schreiben nochmals prüfen und den Versand ausführen.
  5. Erfolgsmeldung, Kommunikation, Dokumente und Mahnhistorie auf Versandzeitpunkt kontrollieren.
Entwurf ist kein Versand Erst die Aktion in der Kundenakte versendet das Zahlungsschreiben. „Mahnung vorbereiten“ allein darf niemals als erledigter Kundenkontakt verbucht werden.

Die üblichen Zeitpunkte werden aus dem betrieblichen Mahnrhythmus vorgeschlagen; kein Schreiben geht automatisch raus. Zahlungserinnerung sowie 1. und 2. Mahnung sind typischerweise für Buchhaltung freigegeben. Letzte Mahnung, Inkasso, Storno und Rechnungskorrektur bleiben dem Chef vorbehalten.

Kapitel 7

Fehler, Storno und Korrektur

Eine festgeschriebene Rechnung wird nicht nachträglich überschrieben. Bei einem Fehler:

  1. Mahnungen und weitere Bearbeitung stoppen.
  2. Rechnungsnummer, Kunde, Betrag, Fehler und gewünschten Zielzustand notieren.
  3. Fall an den Chef übergeben; dieser entscheidet zwischen Storno und Korrektur.
  4. Danach Originalrechnung, Gegenbeleg, Verknüpfung und Saldo gemeinsam kontrollieren.
FehlerSichere Korrektur
Bankumsatz falsch zugeordnetBank-Historie → Revidieren mit Grund, dann neu zuordnen
Umsatz zu Unrecht ignoriertHistorie → Wieder öffnen
Manuelle Zahlung auf falscher RechnungKundenakte → betreffende Rechnung → Zahlung umbuchen
Rechnungsinhalt falschNicht überschreiben; Chef entscheidet Storno/Korrektur
Exportierter Eingangsbeleg falschNicht löschen; dokumentierter Korrekturprozess über Chef/Support
Nachvollziehbarkeit erhalten Keine Ausgleichsbuchung „irgendwo“ anlegen, um einen Fehler optisch verschwinden zu lassen. Immer die vorgesehene Revidieren-, Umbuchen-, Storno- oder Korrekturaktion verwenden.

Kapitel 8

DATEV-Export und Monatsübergabe

Der Reiter Export erzeugt ein kontrolliertes Downloadpaket. Die Übergabe oder der Import beim Steuerbüro erfolgt anschließend über den vereinbarten Weg.

  1. Buchhaltung → Export öffnen und Von-/Bis-Zeitraum wählen.
  2. Den vereinbarten Kontenrahmen SKR03 oder SKR04 wählen.
  3. Belegarten auswählen: Ausgangsrechnungen, Eingangsrechnungen, Zahlungen und Belege.
  4. Export vorbereiten und die Zusammenfassung lesen.
  5. Buchungssatz-Vorschau prüfen: Beleg, Partner, Datum, Betrag, Konto, Gegenkonto, Steuerschlüssel.
  6. Alle Fehler beheben, Warnungen fachlich bewerten und die Vorschau erneut erzeugen.
  7. Erst bei fehlerfreiem Ergebnis DATEV exportieren.
  8. Paket sicher ablegen und nach dem vereinbarten Verfahren übergeben; Übergabe dokumentieren.
StatusBedeutung
ungeprüftNoch keine aktuelle Vorschau erzeugt
bereitNeue exportierbare Belege vorhanden, kein blockierender Fehler
blockiertMindestens ein Fehler muss behoben werden
leerKeine neuen passenden Belege im Zeitraum

Bereits exportierte Belege werden als exportiert markiert und nicht nochmals als neu behandelt. Die Historie zeigt Dateiname, Zeitraum, Zeitpunkt und Fehlerstand. Der verkürzte DATEV exportieren-Knopf im Reiter Belege betrifft nur markierte Eingangsbelegbilder; für die Monatsübergabe normalerweise den vollständigen Reiter Export verwenden.

Keine automatische Übertragung Der erfolgreiche Download bedeutet nicht, dass DATEV oder das Steuerbüro die Daten erhalten hat. Übergabe und erfolgreiche Annahme separat bestätigen lassen.

Kapitel 9

Die Seite Zahlen

Unter Zahlen sehen Sie unter anderem gestellten und bezahlten Monatsumsatz, offene und überfällige Forderungen, laufende Angebote, Auftragseingang, den Umsatzverlauf und Top-Kunden. Stornos werden gegengerechnet.

Übersichtsseite Zahlen mit Umsatz- und Forderungskennzahlen
„Zahlen“ ist eine Managementübersicht – keine eigenständige Finanzbuchhaltung.
Einordnung Diese Übersicht ersetzt weder DATEV, Finanzbuchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldung noch die betriebswirtschaftliche Auswertung des Steuerbüros. Abweichungen zuerst über Zeitraum, Status und zugrunde liegende Belege nachvollziehen.

Kapitel 10

Checklisten, Fehlerhilfe und Support

Täglich

Vor der Monatsübergabe

Häufige Probleme

ProblemLösung
Vorbereitete Mahnung kam nicht anDas ist ein interner Entwurf; Versand in der Kundenakte durchführen.
Letzte Mahnung/Storno fehltStandardmäßig nur Chef; Fall übergeben.
Rechnung fehlt in ZahlungsauswahlStatus prüfen: möglicherweise bezahlt, storniert oder nicht zugriffsberechtigt.
CAMT nicht in einfacher VorschlagslisteBuchhaltung → Bank/Abgleich öffnen.
Kein sicherer BanktrefferKandidaten vergleichen, manuell zuordnen oder mit Grund ignorieren.
Überzahlung lässt sich nicht buchenErst Guthaben, Rückerstattung oder Verrechnung auswählen.
Beleg lässt sich nicht speichernDatei, Lieferant, positiver Bruttobetrag und Rechnungsdatum prüfen.
Exportierter Beleg ist gesperrtKorrekturprozess über Chef/Support; nicht neu doppelt erfassen.
DATEV-Export deaktiviertVorschau erzeugen und blockierende Fehler beheben.
DATEV-Vorschau leerZeitraum, Belegarten und bereits exportierte Datensätze prüfen.

Support-Ticket

Im Menü Support ein Ticket mit Betrieb, Rolle, Zeitpunkt, betroffener Rechnungs-/Belegnummer, Zeitraum, erwartetem Ergebnis, tatsächlicher Meldung und den letzten Schritten erstellen. Geeigneten Screenshot anhängen. Nie Passwort, API-Schlüssel, vollständige Kontodaten oder Steuergeheimnisse in Freitext senden. Vor einer Korrektur oder einem erneuten Export den aktuellen Zustand nicht durch weitere Testbuchungen verändern.